Candy Crush Saga Test: 3-Gewinnt im zuckersüßen Gewand - und mit Mega-Suchtfaktor

Candy Crush Saga

Virtuelle Bonbons haben die Welt erobert: Laut Entwickler und Publisher King verzeichnet das Kombinationsspiel Candy Crush Saga weltweit über 500 Millionen Downloads beziehungsweise Installationen und lässt sich seit gefühlten Ewigkeiten nicht aus der Spitze der Spiele-Charts auf Facebook sowie den iOS- und Android-Appstores vertreiben. Was ist dran am Naschwerk-Hype? Wir sind neugierig und haben deshalb für dich mal einen eingehenden Blick auf die bunte Welt der Süßigkeiten geworfen. In unserem großen Candy Crush Test schauen wir uns an, worin das Suchtpotenzial des Spiels besteht, wie die Entwickler für Langzeitmotivation sorgen und welche Gefahren in der scheinbar so idyllischen Zuckerwelt lauern.

Wir können Candy Crush Saga sowohl als Socialgame via Facebook spielen oder uns die App auf unser Smartphone oder Tablet holen – ein Entscheidungszwang besteht dabei nicht. Das heißt, dass wir die Mobile-Variante mit unserem Facebook-Account verknüpfen können und synchronisieren damit unsere Spielfortschritte auf beiden Plattformen. Das Spiel ist in jedem Fall fast das gleiche.

3-Gewinnt mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad

Der Einstieg in Candy Crush Saga ist so einfach wie das Spielprinzip selbst. Es geht schlicht und ergreifend darum, auf dem Spielfeld mindestens drei gleichfarbige Bonbons in vertikaler oder horizontaler Richtung zu kombinieren. Diagonal geht nicht und über Eck nur, wenn mindestens fünf Bonbons zur Kombination gehören – auf diese Weise erstellen wir ein Spezialbonbon, doch darauf gehen wir gleich noch ein. Dieses 3-Gewinnt-Spielprinzip, das jedes Kind kennen dürfte, setzt sich im gesamten Spiel fort. So weit, so leicht. Natürlich ist es aber nicht mit dem schlichten Kombinieren getan, nein, wir müssen in Candy Crush Saga bestimmte Zielvorgaben erfüllen und die variieren von Runde zu Runde, ebenso wie das Spielfeld, das sich in jedem Level ändert.

Wir bewegen uns von Station zu Station über die Karte.

Uns erwarten verschiedene Arten von Aufgaben, wobei die Vielfalt überschaubar ist. In manchen Runden geht es einfach nur darum, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Hierbei ist es egal, welche Leckereien wir kombinieren, Hauptsache wir schaffen mit den verfügbaren Züge mindestens einen Stern. Das ist die Voraussetzung in jedem Level, damit die Aufgabe als bestanden gilt und wir zur nächsten Station übergehen können. Gelingt uns das nicht, müssen wir das Level so oft wiederholen, bis das Ziel erreicht ist. Das führt im fortgeschrittenen Stadium, vor allem wenn wir einmal jenseits der Level-100-Grenze angekommen sind, immer mal wieder dazu, dass wir einige Zeit lang in einer Runde feststecken. Immerhin gibt es das eine oder andere Helferlein in Candy Crush Saga. Auch darauf gehen wir gleich noch ein.

Früchtetransport und der Kampf gegen Gelee – Aufgaben und süße Gefahren

Das schlichte Sammle-soundso-viele-Punkte-Ziel ist tatsächlich eher die Ausnahme. Sehr oft hingegen werden wir mit klebrigem Gelee konfrontiert, das sich über Teile des Spielfelds ausgebreitet hat. Die Aufgabe besteht nun darin, die Gelee-Felder zu befreien, indem wir sie in Kombinationen einbauen. Es gibt Gelee, das mit nur einer Kombination entfernt werden kann, die zähere Variante braucht sogar zwei davon.

Die jeweilige Zielstellung sehen wir schon vor Levelbeginn.

Ebenfalls oft vertreten ist das Früchte-nach-unten-bringen. Von oben fallen dabei Äpfel und Kirschen ins Spielfeld, die wir nach unten befördern müssen. Dann sehen wir also zu, dass wir darunter befindliche Süßigkeiten aus dem Weg räumen und damit die Bahn frei machen für das Fallobst. Eine nicht ganz so häufig auftretende, aber ziemlich aufreibende Zielvorgabe ist das Punkte-Sammeln in Zeit-Levels. In solchen Runden tickt die Uhr im Hintergrund, manchmal nur 60 Sekunden lang, manchmal auch 90 oder 120 Sekunden. Innerhalb dieser Zeit müssen wir eine bestimmte Punktzahl einheimsen. Am besten gelingt das mit Hilfe sogenannter Spezialbonbons. Schönes Thema, darüber wollen wir direkt mal eingehender sprechen.

Candy Crush Saga lebt nicht unwesentlich von den lustigen Spezialeffekten und der Endorphin-Ausschüttung, die für wahre Glücksmomente sorgt, wenn es uns gelingt eine Farbbombe herzustellen. Eine Farbbombe stellen wir her, indem wir fünf gleichfarbige Bonbons in einer Reihe kombinieren. Wir nutzen sie, um alle Bonbons einer Farbe vom Spielfeld zu löschen. Ansonsten gibt es noch gestreifte und verpackte Bonbons, wobei erstere eine Reihe oder Spalte Süßigkeiten ausradieren, während letztere kleine Explosionen hervorrufen, wenn wir sie in eine Kombination einbauen.

Bomben sind besonders fies, denn wenn wir sie nicht rechtzeitig "webkombinieren" sorgen sie für ein vorzeitiges Level-Aus.

Candy Crush Saga besteht aus mittlerweile weit über 500 Levels, die gruppenweise in Episoden zu einem bestimmten Thema zusammengefasst sind. Wobei wir von diesem Thema jeweils recht wenig mitbekommen, es sei denn wir schauen uns in aller Ausführlichkeit die Intros und Schluss-Sequenzen jeder Episode an – aber dafür sind wir zu ungeduldig, wir wollen schließlich primär Bonbons zerquetschen. Allerdings, und das trägt wesentlich zum Erfolg des Spiels bei, umfassen neue Episoden, die regelmäßig veröffentlicht werden, häufig neue Elemente und/oder Herausforderungen. So lernen wir auf unserer Reise durchs Süßigkeiten-Land nach und nach zuckerhaltige Widersacher wie Schokolade, Lakritze und Marmelade kennen.

Was den Schwierigkeitsgrad angeht, kann man nicht von einem steten Anstieg reden. Manche Levels im 100er-Bereich erscheinen uns tagelang unknackbar, während eine ganze Reihe von Levels im 200er-Bereich durchaus schnell lösbar sind. Dieses Auf und Ab soll wohl die Spieler bei der Stange halten und sie gleichzeitig dazu ermuntern, doch bitte mal etwas Geld in Booster oder Extrazüge zu stecken  - schließlich geht’s nach diesem einen Hass-Level doch ganz schnell weiter!

Geld auszugeben ist in Candy Crush Saga generell kein Problem. Wir bezahlen Vorteile und Power-ups mit Gold, das wiederum harte Euro kostet.

Freunde horten spart Geld und Leben

Thema Booster und Ingame-Käufe: Natürlich haben wir in Candy Crush Saga wie in den meisten free-to-play Onlinegames die Möglichkeit, uns Vorteile gegen Bares zu holen. In diesem Fall betrifft das einerseits die angesprochenen Helferlein, die uns beim Erfüllen der Zielvorgaben helfen. Nicht nur können wir mit Spezialbonbons in die Runde starten, sondern auch zusätzlich Unterstützung direkt im Level kaufen und beispielsweise ein beliebiges Bonbons zerkloppen, das uns vom Sieg abhält. Andererseits können wir mit echtem Geld auch Leben kaufen – und wer das Spiel kennt, weiß, wie wichtig Leben sind. Als Herzen dargestellt, verdeutlichen sie uns, wie viele Fehlversuche wir uns noch leisten können, bevor erst einmal Schluss mit dem Naschwerk-Zermatschen ist. Wir haben fünf Leben und verbrauchen mit jedem nicht erfolgreichen Versuch eines. Die Herzen regenerieren sich im Laufe der Zeit, das dauert allerdings ziemlich lange und wir wollen doch unbedingt weiterspielen! Was also tun? Die einfachste und billigste Variante heißt: Candy Crush Freunde! Wir haben nämlich die Möglichkeit, uns gegenseitig Geschenke zu schicken, und zwar in Form von Leben oder Extrazügen.

Ein Blick auf die Benachrichtigungen lohnt sich!

Das funktioniert ganz einfach: Nehmen wir ein Geschenk an, schicken wir automatisch auch wieder eins zurück. Auf diese Weise können wir mit einer großen Freundesliste lange Wartezeiten ziemlich geschickt umgehen und auch öfter mal mehr als fünf Versuche in den Sand setzen, ohne eine Zwangspause einlegen zu müssen. Dieses Social-Prinzip ist natürlich Teil des Erfolgs, denn es bewirkt eine Art Viralität des Spiels. Mag unsere Freunde nerven, funktionieren tut es allemal. Und schließlich besteht auf Facebook bekanntlich die Möglichkeit, Apps zu blockieren, wenn man keine Benachrichtigungen mehr erhalten will.

Recht neu in Candy Crush Saga ist übrigens der sogenannte Traummodus. Dabei wechseln wir über einen Klick auf Eule Odus vom hellen Tag zur romantischen Nacht-Ansicht. Das Besondere ist aber nicht so sehr die Optik, sondern eher das Spielprinzip. In der Traumwelt kommt als zusätzliche Herausforderung nämlich hinzu, dass wir auf die Eule aufpassen müssen.

Moon Struck! In der Traumwelt machen die Spezialeffekte noch ein bisschen mehr her.

Sie droht von ihrem Mond zu fallen, wenn wir zu viele Bonbons einer bestimmten Farbe kombinieren. Mit der Traumwelt haben uns die Entwickler eine nette Abwechslung beschert, die vor allem dann praktisch ist, wenn wir im normalen Modus einmal feststecken und kurz davor sind, keine Lust mehr auf das Spiel zu haben.

Pro
Großes Suchtpotenzial
Kostenloses Spielen gut möglich mit Freunden
Regelmäßig neue Inhalte
Plattformübergreifend spielbar
Contra
Großes Suchtpotenzial
Ohne viele Freunde lange Wartezeiten wegen Lebensmangel
Manche Level ohne gekaufte Booster sehr schwer lösbar

4/5 Sterne

Fazit

Grundsätzlich ist es natürlich nicht ganz unproblematisch, ein simples Geschicklichkeitsspiel wie Candy Crush Saga mit komplexen Onlinespielen zu vergleichen. Die Zahl an Spielern weltweit spricht allerdings Bände und inzwischen wissen wir auch ganz gut, warum King gelungen ist, was mit (sehr) ähnlichen Kombinationsspielen nicht geklappt hat. Candy Crush kommt erstens in einem polierten, zuckersüßen Look daher und punktet zweitens mit einem süchtig machenden Spielprinzip. Außerdem ist das Free-to-Play-Modell durchaus gut balanciert. Wir können natürlich Geld ins Spiel stecken, müssen wir aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn wir gemeinsam mit Freunden spielen. Selbst unknackbar anmutende Levels sind letztendlich doch lösbar, auch wenn wir teilweise ziemlich lange festhängen. Dank des neuen Traummodus können wir besonders harte Nüsse auch mal für einen Moment vergessen und uns stattdessen durch die abendliche Parallelwelt von Candy Crush Saga kombinieren. Ein weiterer Bonus ist sicherlich die Verknüpfung von Facebook- und Mobile-Version, die es uns erlaubt, bisherige Fortschritte mit in den Bus, die Bahn oder an die Supermarkt-Kasse zu nehmen. Eine Runde ist ja schnell gespielt. Und dann noch eine ... und noch eine.

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