Smash Champs Test: Geschicklichkeitsspielchen statt Kampf-Action

Smash Champs ist sowohl in iTunes als auch im Google Play Store erhältlich.

Während die Subway Surfers weiter auf ihrer World Tour um die Welt flitzen, hat Spielepublisher Kiloo Games einen neuen Kandidaten an den Start geschickt. In Smash Champs trainieren wir eine Reihe von Tieren, die nicht nur den aufrechten Gang, sondern auch die asiatische Kampfkunst beherrschen. Mit dem Ziel, zum mächtigsten Trainer von allen aufzusteigen, verbessern wir durch Übungseinheiten ihre Fähigkeiten und schicken sie gegen die Krieger anderer Spieler in den Ring. Klingt spannend und sieht auf den ersten Blick auch nach einer Menge Action aus. Dank der Teaser, die der dänische Spielentwickler auf Facebook und Twitter gepostet hat, konnten wir (und alle anderen Interessierten) schon vor der Veröffentlichung von Smash Champs einen Blick auf einige Charaktere erhaschen. Die sehen so aus, als wären sie im Umgang mit ihren Gegnern nicht zimperlich. Wir reiben uns die Hände und stürzen uns mit Kampfgebrüll ins Spiel.

Fliegende Bälle und automatische Kämpfe – Der Alltag eines "Smash Champs"-Trainers

Wir müssen zugeben, dass wir vielleicht ein wenig zu viel von Smash Champs erwartet haben. Angesichts des Titels, der Teaser und der Beschreibung dachten wir, dass uns knallharte Kampf-Action erwartet! Und die tierischen Krieger des kostenlosen Mobile Games teilen auch ordentlich aus. Nur gibt es den kleinen Haken, dass wir nicht aktiv daran teilhaben dürfen. Stattdessen sind wir tatsächlich nur fürs Training zuständig – da ist zuvor wohl unsere Fantasie mit uns durchgegangen. Es stimmt zwar, dass unsere Aufgabe auch laut Beschreibung in der Ausbildung unserer animalischen Schützlinge besteht, doch irgendwie haben wir uns das anders vorgestellt. Zu Beginn dürfen wir nur einen der sechs verfügbaren Charaktere auswählen. Dabei entscheiden wir uns für die Hyäne Spike – denn wann war eine Hyäne jemals der Held einer Geschichte? Ist wohl eher selten (vermutlich, weil die Viecher hässlich sind) und wir entscheiden uns gerne für den Anti-Helden. 

Bomben erschweren uns die Jagd nach Trainingspunkten.

Mit Spike absolvieren wir die ersten Trainingseinheiten in Smash Champs, wobei wir umherfliegende, grüne Bälle durch Wischen in seine Richtung schleudern. Jede Kugel entspricht einem Trainingspunkt und die entscheiden wiederum mit darüber, ob wir gegen einen Kontrahenten siegen oder ihm unterliegen. Während des Trainings haben wir zudem noch die Möglichkeit, Boni abzustauben. Die Bälle tauchen stets in Wellen auf. Wenn wir mehrfach hintereinander die komplette Anzahl an Kugeln erwischen, erzielen wir Kombos, die uns Extra-Punkte einbringen. Außerdem aktivieren wir durch einen besonderen blauen Ball pro Trainingseinheit ein Special. Die daraufhin erscheinenden Kugeln bescheren uns doppelt so viele Punkte wie die normalen Exemplare. Wir haben an sich nichts gegen Geschicklichkeitsspiele und eine Zeit lang macht das Spiel auch Spaß. Allerdings wiederholt sich das Ganze jedes Mal, wenn wir gegen einen Kontrahenten antreten, so dass unser Enthusiasmus allmählich nachlässt. Die Parallelen zu Fruit Ninja sind einfach nicht zu übersehen und den Fruchtschnippler kennen wir bereits zur Genüge.

Trainingspunkte und Elemente beeinflussen den Ausgang der Kämpfe.

Der eigentliche Kampf findet nach dem Training statt und läuft automatisch ab. In eindrucksvollen, auf Dauer aber eintönigen Animationen, schauen wir dabei zu, wie sich unser Schützling und sein Gegenüber die Köpfe einschlagen und Tritte austeilen – überspringen ist leider nicht möglich. Gegner finden wir entweder, indem wir uns via Facebook in Smash Champs anmelden oder per Suchfunktion. 

Durch Ausrüstung und weitere Champs gewinnt unser Team an Stärke

Wir treten gegen zahlreiche zufällig ausgewählte Spieler gleichzeitig an und haben somit ständig einen aktiven Kampfpartner. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn schließlich müssen zuerst beide Kandidaten einen ihrer Krieger trainieren, bevor der Schaukampf abläuft und erneut trainiert werden kann. Die Anzahl der möglichen Gegner scheint unbegrenzt und irgendeiner macht immer mit – dadurch müssen wir zu unserer Freude nie lange warten. Dennoch wird uns nach einer Weile langweilig, da sich an den beschriebenen Abläufen nicht viel ändert. Das bedeutet nicht, dass wir keine erkennbaren Fortschritte erzielen, nur dass der Weg dahin wenig abwechslungsreich ist. Durch Erfolge gewinnen wir Münzen, die wir in Ausrüstung für unseren Schützling investieren, wodurch er fortan in jedem Kampf eine feste Anzahl an Bonus-Punkten angerechnet bekommt. Außerdem sammeln wir Erfahrung, die unseren Spike im Level aufsteigen lässt. Um unsere Siegeschancen zu erhöhen, schauen wir uns unsere potenziellen Kontrahenten genau an. Bei der Auswahl achten wir auf das Element, dem der Krieger angehört. Feuer, Schatten und Erde stehen in einem unveränderbaren Kräfteverhältnis zueinander, das Einfluss auf den Verlauf eines Kampfes hat. 

Kopfbedeckungen und Klamotten verleihen den Tieren mehr Power.

Unsere Hyäne ist ein Schatten-Tier, was bedeutet, dass er stärker als Erd-Tiere (Eisbär und Gorilla), dafür aber schwächer als Feuer-Tiere (Fuchs und Jaguar) ist. Erinnert ein wenig ans alte Schere-Stein-Papier-Prinzip. Im Kampf werden dem unterlegenen Kandidaten einmalig ein paar Punkte von der Gesundheitsanzeige abgezogen. Das nützt uns zwar alles nichts, wenn unser Gegner im Training deutlich mehr Punkte gesammelt hat als wir, ist aber eine ganz nette Ergänzung. Es gelingt uns dennoch, einen anderen Spieler in drei Runden zu besiegen, wodurch wir eine Medaille erringen. Im Journey-Tab des Menüs ergattern wir dadurch Belohnungen, meist in Form von Münzen, und schreiten zudem auf einem Weg von einer Station zur nächsten. Neben den kleinen Kisten mit nützlichem Inhalt finden wir hier auch verschiedenfarbige Gürtel, die es uns erlauben weitere Champs freizuschalten. Mit unserem wachsenden Team schließen wir zudem Missionen ab, die uns weitere Preise einbringen.

Je mehr Gürtel wir ergattern, desto mehr Champs schalten wir frei.

Smash Champs Bewertung

GrafikDie Charaktere von Smash Champs und ihre Umgebung sind farbenfroh gestaltet. Je nach Gegner führen die Kämpfe den Spieler an verschiedene Schauplätze, darunter ein Sumpf und eine verschneite Landschaft. Während der Battles zeigen die Kontrahenten rasante Moves und lassen sich hin und wieder zu Triumphgesten und einem amüsierten Kichern hinreißen. Dem Thema entsprechend sind die Charaktere nicht niedlich, aber dennoch hübsch anzuschauen.
SoundDurch Wechsel vom Menü ins Training oder in die Kampfsimulationen ändert sich in der App auch die musikalische Untermalung. Gemeinsam mit den Sound-Effekten unterstützt die Hintergrundmusik den Ablauf auf dem Touchscreen, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Wem die Geräuschkulisse oder das Gedudel irgendwann auf die Nerven geht, der hat die Möglichkeit, beides unabhängig voneinander abzuschalten.
UmfangSmash Champs bietet sechs unterschiedliche Charaktere, die durch das Erringen von Gürteln nacheinander freigeschaltet werden. Für jeden von ihnen stehen je drei Ausrüstungsgegenstände in drei unterschiedlichen Kategorien zur Verfügung. Anfangs kann jeweils eine Kopfbedeckung, ein Kleidungsstück für den Körper und eines für die Beine erworben werden. Wer sich über Facebook anmeldet, dem steht es frei, gegen seine Freunde anzutreten. Ansonsten können Trainer auch zahlreiche Kämpfe gegen zufällige Gegner gleichzeitig starten.
Free-to-Play-BalanceDerzeit gibt es nur eine Währung: Goldmünzen. Die verdienen Spieler hauptsächlich durch Siege. Doch auch Erfolge und Missionen spülen zusätzliche Münzen in die Kasse. Aktive Trainer erzielen durch regelmäßige Gefechte ausreichend Spielwährung, um die verhältnismäßig geringe Anzahl an Ausrüstungsgegenständen erwerben zu können. Wem das nicht schnell genug geht, dem steht es frei, Münzen nachzukaufen.
SpielspaßWer sich darauf freut, aktiv am Kampfgeschehen in Smash Champs teilzuhaben, der wird wohl nicht lange am Ball bleiben. Die farbenfrohe Grafik, die stimmungsvolle Musik und die rasanten (aber automatisch ablaufenden) Gefechte sind zwar ganz nett, jedoch nicht abwechslungsreich genug, um über den Geschicklichkeitsspiel-Charakter hinwegzutäuschen. Die Abläufe in den Trainingseinheiten – die einzige wirkliche Gelegenheit für Spieler, um aktiv zu werden – gestalten sich stets gleich und haben wenig mit actionreichen Kämpfen zu tun. Hinzu kommt, dass sich die anschließenden Animationen nicht beschleunigen lassen. Zumindest besteht die Möglichkeit, mehrere Kämpfe gleichzeitig zu starten, so dass Trainer in der Regel nicht allzu lange warten müssen, bis sie das nächste Training starten können.
Pro
Keine langen Wartezeiten bei Gegner-Suche
Nur eine Währung – keine Premium-Items
Farbenfrohe Grafik und abwechslungsreiche Musik
Contra
Eintönige Spielabläufe
Aktives Eingreifen in Kämpfe nicht möglich

0/5 Sterne

Fazit

Smash Champs ist ein farbenfrohes Geschicklichkeitsspiel – das einzig actionreiche Element sind die automatisch ablaufenden Kämpfe und die Hintergrundbeschallung. Das Mobile Game bietet eine ansehnliche Grafik und führt uns an verschiedene Schauplätze. Die musikalische Untermalung passt sich dabei stets der Umgebung an und auch die Sound-Effekte sind ganz unterhaltsam. Positiv ist auch, dass wir leicht und schnell neue Gegner finden. Zudem konnten wir bislang kaum Vorteile für zahlende Spieler entdecken. Wir werden demnach weder von langen Wartezeiten noch von scheinbar unerreichbaren Items ausgebremst. Dafür bremsen wir uns selbst aus, weil wir nach einiger Zeit die Lust am Spiel verlieren. Zwar erschweren uns ab und an auftauchende Bomben das Training, dennoch bleiben die Abläufe stets die gleichen. Wer nicht zu viel erwartet, wird von Smash Champs sicherlich nicht enttäuscht und kann ungehindert ein Geschicklichkeitsspielchen nach der anderem starten. Wer richtig kämpfen will, der ist hier leider fehl am Platz.

Top Online-Spiele

Goodgame Big Farm - Die Goldfische sind los!
(161)
Forge of Empires während der Steinzeit
(34)
Uptasia
(72)
Star Stable im Herbst
(572)
Farmerama
(316)