Forge of Empires Test: Lange Reise von der Steinzeit bis in die Moderne

InnoGames‘ Strategie-Browserspiel Forge of Empires verspricht ein ganz besonders ambitioniertes Abenteuer: Wir bauen nicht nur einfach eine Siedlung auf und sammeln Ressourcen, nein: Wir reisen mitsamt unserer Bevölkerung durch die verschiedenen Epochen der Menschheit! 2012 startete das kostenlose Browsergame der Grepolis-Macher und wurde noch während der offenen Testphase beim Deutschen Entwicklerpreis ausgezeichnet. Mittlerweile tummeln sich laut InnoGames Millionen von Spielern in der virtuellen Welt von Forge of Empires und versuchen, durch geschicktes Bauen, Siedeln und Forschen auf geschwindem Wege die jeweils nächste Entwicklungsstufe zu erreichen. Das wollen wir uns einmal genauer anschauen und testen für dich die spielerische Reise durch die Menschheitsgeschichte.

Forge of Empires

Wir beginnen ganz klassisch in der Steinzeit. Dementsprechend macht unsere Siedlung nicht allzu viel her, wobei wir durchaus beeindruckt sind von den Steinzeitmenschen, die immerhin schon ein Rathaus errichtet haben. Im Sinne der Zweckmäßigkeit wird hier wohl auf Realismus verzichtet, denn das Rathaus ist eine Art Schaltzentrale, die uns durchs ganze Spiel begleitet. Ein paar Wege befinden sich auch schon in Rathausnähe, an denen wir die ersten Gebäude errichten. Ein paar Hütten für die Bewohner und einige Produktionsgebäude, beispielsweise eine Töpferei und eine Schmiede. Huch! Nach wenigen Minuten sind wir schon in der Bronzezeit gelandet, das ging aber schnell! Ums vorweg zu nehmen: Das wird das letzte Mal gewesen sein, dass wir einen so geschwinden Sprung von einer Ära in die nächste tun. An der Einführung ins Browsergame gibt’s nichts zu meckern. Ein Tutorial in Quest-Form macht uns mit den wichtigsten Spielfunktionen vertraut, wir können eigentlich nicht allzu viel falsch machen. Gut gefällt uns auch, dass wir nicht mehrere Stunden mit dem reinen Aufbau verbringen müssen, sondern gleich zu Beginn den Blick etwas schweifen lassen können – auf die Weltkarte. Hier sehen wir benachbarte Provinzen, die es zu erobern gilt. Unser Reich können wir in Forge of Empires entweder durch kriegerische Auseinandersetzungen erweitern oder aber durch diplomatische Verhandlungen. Auch pazifistisch geprägte Aufbau-Strategen kommen also auf ihre Kosten.

Wir beginnen mit einer winzigen Siedlung in der Steinzeit.

Aber wir wollen uns natürlich mal anschauen, wie so ein Gefecht im Spiel abläuft, also schicken wir zunächst einen Spion los, der für uns die Lage am Zielort auslotet – und setzen dann unsere bislang recht bescheidenen Truppen in Bewegung.

Rundenbasierte Kämpfe erfordern ganz schön viel Geduld

Nunja, große Action haben wir nicht erwarten, bekommen wir auch nicht geboten. Ein Kampf funktioniert rundenbasiert, das heißt: Wir und unser Gegner tun abwechselnd Züge und so nähern wir uns langsam an, bis unsere Einheiten endlich mit dem Speer zustoßen können. In optischer Hinsicht ist das Ganze – gerade im Vergleich zum restlichen Spiel – auch nicht gerade ein Feuerwerk. Eine Map mit Hexagon-Feldern, ein paar Büsche und Steine, fertig. Immerhin: Wir kennen ja noch die alten Browsergames-Zeiten, als Schlachten überhaupt nicht animiert dargestellt waren und wir nur über einen tabellarischen Kampfbericht über das Ergebnis informiert wurden. Selbst in aktuellen Spielen kommt sowas noch vor – dann doch lieber die Forge of Empires Variante.

Langsam nähern wir uns dem Feind ... und er sich uns.

Thema Grafik: Das Spiel kommt im vergleichsweise realistischen Look daher, weniger wuselig als Die Siedler Online, aber auch nicht so abstrakt wie die Comic-Optik in Asterix & Friends oder Goodgame Empire. Uns gefällt das ganz gut, auch der Sound ist in Ordnung – zumindest auf einem Stört-nicht-weiter-Niveau.

Diamanten als Allheilmittel für ungeduldige Imperatoren

Wie erwähnt befinden wir uns nach dem kurzen Steinzeit-Trip nun schon seit längerem in der Bronzezeit und allmählich geht uns auf, wie lange es in etwa dauern wird, bis wir in der Neuzeit ankommen. Sehr lange! Ein schnelleres Vorankommen ist eigentlich nur möglich, wenn wir bereit sind, Geld in Premiumwährung zu investieren. Mit Diamanten können wir Wartezeiten abkürzen und den Auf- und Ausbau unseres Reiches wesentlich vorantreiben. Wichtiger noch: Wir können Forge Punkte kaufen. Die brauchen wir für die Forschung in Forge of Empires. Der Forschungsbaum ist komplex und weitverzweigt, wobei wir entscheiden, ob wir jeden einzelnen Zweig studieren möchten oder lieber den Fokus auf bestimmte Forschungsrichtungen legen wollen. Je nachdem, erreichen wir das Ende des Forschungsbaums des jeweiligen Zeitalters mehr oder weniger schnell.

Allmählich arbeiten wir uns durch den Forschungsbaum.

Erst dann ist auch der Übergang in die nächste Epoche möglich. Forge Punkte, maximal zehn Stück, verbrauchen wir durch die Forschung. Sie regenerieren sich im Laufe der Zeit, das dauert aber ziemlich lange und bremst uns sehr in der Weiterentwicklung. Aber gut, wäre ja auch blöd, innerhalb weniger Tage alles durchgespielt zu haben. Folgende Zeitalter stehen uns in Forge of Empires derzeit zur Verfügung, abgesehen von Stein- und Bronzezeit:

Da erwartet uns also eine lange Reise! In jeder Epoche entdecken wir spezifische neue Gebäude, Einheiten und Gegenstände. Das sorgt für Abwechslung und eine gewisse Langzeitmotivation, wenngleich wir nochmal betonen müssen, dass es nichts geschadet hätte, wenn InnoGames uns ein bisschen schneller voranschreiten ließe.

Multiplayer en masse – Gemeinsam legendäre Bauwerke errichten

Wie sieht es eigentlich mit Mehrspieler-Funktionen in Forge of Empires aus? Ganz gut, tatsächlich. Wichtig sind beispielsweise Gilden. Wir haben die Möglichkeit, uns mit anderen Imperatoren zu organisieren und gemeinsam wirtschaftliche und militärische Strategien zu planen und Ziele auf diese Weise schneller zu erreichen. In speziellen Gildenforen tauschen wir uns mit Verbündeten aus, ohne Angst haben zu müssen, dass besprochene Pläne publik werden. Abgesehen davon besteht die Option, sich gegenseitig zu helfen. Dazu besuchen wir die Stadt eines befreundeten Spielers, motivieren dort seine Arbeiter und polieren Deko-Gegenstände, was wiederum ihre Effektivität steigert. Das hilft nicht nur dem Freund, sondern auch uns, wir bekommen als Belohnung für die nicht ganz uneigennützige Nachbarschaftshilfe nämlich ein paar Goldmünzen geschenkt. Das ist die reguläre Spielwährung in Forge of Empires, die wir durch Steuerabgaben und als Belohnung für Quests erhalten. Münzen brauchen wir an vielen Stellen im Strategie-Browsergame, vor allem im Shop für die Anschaffung neuer Gebäude und Gegenstände.

Die Mitgliedschaft in einer Gilde verschafft uns strategische Vorteile.

Die Krone der Architekturkunst besteht in den sogenannten legendären Bauwerken – ein besonders herausragendes Multiplayer-Feature im Spiel. Diese Bauten sind im Vergleich zu normalen Gebäuden sehr aufwändig zu konstruieren und verschlingen Unmengen von Ressourcen. Da kommt uns die Unterstützung von Freunden gerade recht. Nachdem wir, zum Beispiel durch erfolgreiche Plünderungen, alle Blaupausen für ein legendäres Bauwerk gesammelt haben, beginnen wir die einzelnen Bauabschnitte in Angriff zu nehmen - idealerweise gemeinsam mit anderen Spielern. In jeder Epoche stehen uns ein bis zwei legendäre Bauwerke zur Verfügung, beispielsweise das Kolosseum, Notre Dame, die Frauenkirche und Alcatraz. Einmal fertiggestellt, bescheren uns diese Super-Bauten unterschiedliche Boni.

Wir erweitern unseren Machtbereich mit militärischen und diplomatischen Mitteln.

Pro
Gelungener Einstieg
Stimmige Grafik und Musik
Viele Mehrspieler-Funktionen
Langzeitmotivation dank verschiedener Epochen
Contra
Langatmige, rundenbasierte Kämpfe
Sehr lange Wartezeiten
Vorteile für Diamanten-Besitzer

0/5 Sterne

Fazit

Die Reise durch die Zeitalter in Forge of Empires zieht sich ganz schön in die Länge, vor allem wenn wir kein Geld in die Premiumwährung Diamanten investieren möchten. Ausdauer zu beweisen lohnt sich aber, denn uns erwarten abwechslungsreiche Epochen, in denen es immer wieder neues zu entdecken gibt. Das ist ein großer Pluspunkt im Vergleich zu ähnlich gearteten Strategie-Browsergames, in denen wir immer den gleichen Schauplatz vorfinden. Ein weiteres Pfund sind die zahlreichen Möglichkeiten, gemeinsam mit anderen Spielern den Ausbau des Imperiums voranzutreiben. Während die Gildenfunktion natürlich ein Standard-Feature ist, das wir beinahe schon voraussetzen, stechen vor allem die legendären Bauwerke hervor, die wir in Zusammenarbeit mit Freunden errichten – und die auch optisch einiges hermachen. Weniger begeistert sind wir von der Art und Weise, wie Kämpfe in Forge of Empires ablaufen. Schön immerhin, dass wir die Gefechte tatsächlich beobachten und aktiv einschreiten können, aber weder die Hexagon-Optik noch das rundenbasierte Prinzip tragen dazu bei, dass Spannung entsteht. Aber gut, das ist letztendlich Geschmackssache und falls sich jemand sehr daran stört, besteht immer noch die Möglichkeit, auf militärische Auseinandersetzungen überwiegend zu verzichten und stattdessen auf dem diplomatischen Weg Fortschritte zu erzielen.

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